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Montag,
14. Dezember 2020

Volle Ladung Sicherheit für Senioren

Montag, 14. Dezember 2020
Nachfolgend ein Zeitungsartikel aus der "Leipziger Volkszeitung" vom 05.12.2020 für Sie zum Nachlesen:

Wermsdorfer Bürgermeister organisiert Transport und Schutzausrüstung
Von Jana Brechlin


Heimleiterin Jana Berentzik, Hausmeister Thomas Pfüller und Bürgermeister Matthias Müller (v.l.) haben den Transport der Schutzausrüstung für das Heim in Wermsdorf kurzerhand selbst organisiert. Eine zentrale Verteilung hätte deutlich länger gedauert. Foto:Jana Brechlin

Wermsdorf. Eine volle Ladung Schutzausrüstung hat dieseWoche das Wermsdorfer Seniorenheim „Hubertushof“ erreicht. Weil eine zentrale Verteilung länger gedauert hätte, wurde die Lieferung mit Hilfe von außen organisiert: Bürgermeister Matthias Müller (CDU) kümmerte sich um einen Transporter und machte sich gemeinsam mit der Leiterin des Heimes Jana Berentzik und Hausmeister Thomas Pfüller auf den Weg ins gut 180 Kilometer entfernte Nordhausen, um Masken, Handschuhe und Schutzanzüge abzuholen. Eine beruhigende und dringende Lieferung für die Einrichtung im Ort.

Denn hinter dem „Hubertushof“ in Wermsdorf liegen schwere Wochen. 27 Personen – Bewohner und Mitarbeiter – hatten sich mit Corona infiziert. Mit aufwendigen Schutzmaßnahmen und strikter Zimmerversorgung konnte der Heimbetrieb aufrecht erhalten und die übrigen Senioren und Beschäftigten geschützt werden.

Mittlerweile können sich alle im Haus wieder freier bewegen und so ein Stück weit Normalität in der Adventszeit genießen, ist die Leiterin Jana Berentzik froh. „Das waren vier harte Wochen, aber
wir haben es geschafft, das Virus im Haus zu besiegen.“ In ständigem Kontakt mit dem nord- sächsischen Gesundheitsamt habe man ein strenges Hygienekonzept umgesetzt und sich so
die Sicherheit zurückgeholt. „Die Bewohner mussten einzeln auf ihren Zimmern versorgt werden und haben das wirklich tapfer mitgemacht“, beschreibt sie. Die Mitarbeiter des Seniorenwohn und
Pflegezentrums hätten mit viel Einsatz diese Zeit gemeistert, Pflege und Versorgung abgesichert und sich dabei immer auch bemüht, den betagten Bewohnern Zuversicht zu spenden. „Ich bin sehr dankbar, dass wir das gemeinsam geschafft haben und stolz darauf, was alle hier geleistet haben“, blickt Jana Berentzik auf die vergangenen Wochen zurück. Als das erste Mal bei einer Testreihe alle negativ waren, sei das eine große Erleichterung gewesen.

Jetzt gehe es darum, die nächsten Wochen und Monate gut zu meistern. Dazu gehört auch ein beruhigender Vorrat an Schutzausrüstung für das Personal im „Hubertusburg“. Das Internationale Bildungs- und Sozialwerk, das Träger des Wermsdorfer Seniorenwohn- und Pflegezentrums ist, hat für seine Einrichtungen zentral den Einkauf organisiert und mit der Verteilung vom Lager in Nordhausen aus begonnen. Allerdings hätte es noch eine ganze Weile gedauert, bis das Material vor Ort angekommen wäre. Deshalb griff Wermsdorfs Bürgermeister Matthias Müller ein. „Wir haben einen kurzen Draht zum Heim im Ort und natürlich auch ein Interesse daran, dass Bewohner und Mitarbeiter so gut wie möglich geschützt sind“, begründete er seine Initiative.
Auf der Suche nach einem Partner sei er im Autohaus Wacke schnell fündig geworden. „Als ich dort gefragt habe, ob wir einen Transporter leihen können, wurde uns das sofort zugesagt.“ Das Unternehmen habe das Fahrzeug kostenlos zur Verfügung gestellt.

Gemeinsam mit Heimleiterin Jana Berentzik und dem Hausmeister der Einrichtung Thomas Pfüller machte sich Müller am Donnerstagmorgen auf den Weg nach Nordhausen, wo unter anderem
10 000 Schutzhandschuhe, aber auch FFP2-Masken, Mundschutz und Kittel eingeladen wurden. „Es ist die große Stärke unserer kleinen Gemeinde, dass man sich gut kennt und im Ernstfall schnell helfen kann. Gerade jetzt gilt es, zusammen zu halten“, so der Bürgermeister.

Das findet auch Jana Berentzik. „So ein Miteinander ist wunderbar. Das Netzwerk in Wermsdorf funktioniert“, lobte sie, „ich bin für jede tatkräftige Unterstützung dankbar und es ist gut zu wissen, dass alle Mitarbeiter jetzt wieder auf genügend Schutzausrüstung zurückgreifen können, damit sie nach der Arbeit auch beruhigt nach Hause zu ihren Familien gehen können.“
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