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Donnerstag,
9. Januar 2014

Retter in Rot

Donnerstag, 9. Januar 2014
Nachfolgend ein Zeitungsartikel aus der "LVZ" vom 27.12.2013 für Sie zum Nachlesen oder als Download

Retter in Rot


Ex-Polizist liest Notruf von Mölkauer Kindergarten – und wird mal wieder zum Freund und Helfer
Was für eine Katastrophe: Die Weihnachtsfeier des Integrativen Bauernhofkindergartens drohte ohne Weihnachtsmann über die Bühne zu gehen. In ihrer Not wandten sich die Mitarbeiter der Mölkauer Einrichtung an die Lokalredaktion der Leipziger Volkszeitung.
Das Personal und die Kids hatten Glück: Die kleine Meldung auf einer der Stadtteil-Seiten vom 6. Dezember wurde von einem Mann gelesen, dessen Beruf es bis vor Kurzem war, Freund und Helfer zu sein.

Die wenigen Zeilen des Beitrags reichten Armin Woska. Beherzt und weil er es seit seinem 16. Lebensjahr gewohnt ist, in der Adventszeit den Weihnachtsmann zu spielen, griff er zum Telefon, wählte die Nummer des Bauernhofkindergartens – und ward gebucht. „Nach diesem anrührenden Text in der LVZ konnte ich doch gar nicht anders“, wehrt der Tauchaer mit Wohnsitz im Ortsteil Cradefeld jegliche Dankesworte bescheiden ab. Der Einsatz des Retters in Rot ist den 47 Mädchen und Jungen der integrativen Einrichtung auf dem Gut Mölkau bis heute jedenfalls unvergessen. Was indes niemand auf dem Bauernhof am Rande der Stadt weiß: Woska war bis zum Frühjahr zwar kein hauptamtlicher Weihnachtsmann, dafür aber ein professioneller Helfer in der Not. Als Polizeihauptkommissar leitete er bis Ende März das Polizeirevier Schkeuditz.

Kinderfreund ist Woska sowieso. Er hat vier Enkel im quirligen Alter von fünf, sechs, zehn und zwölf Jahren. Und er hat einen Künstlernamen. Als Drehorgel-Armin zieht Woska seit 2007 hin und wieder übers Land und macht den Leuten Freude. Mit „gedrehten“ weihnachtlichen Klängen überraschte er auch die Mölkauer Steppkes. „Ich habe mir für solche Zwecke und wegen meiner Enkel vor einiger Zeit mal eine kleinere Orgel zugelegt“, erzählt der Leierkastenmann.
Besagte „Kiste“ war im Bauernhofkindergarten gleich der große Hit. „Erst haben wir gemeinsam gesungen, dann durften die Kinder selber mal leiern. War wirklich ein schönes Erlebnis.“Dass es für die Mädchen und Jungen noch kleine Mikroskope für das unverzügliche Stillen der Neugierde in freier Wildbahn gab, geriet fast zur Nebensache. Viel wichtiger war dem Nachwuchs, die Tiere im Stall zu beschenken. Also zogen der Weihnachtsmann und die komplette Belegschaft zu Ziege, Schwein & Co., ließen eine Runde Futter springen. Auch die Bewohner der neuen Hasen-Anlage, in die das jüngste Lokaljournalisten-Preisgeld der LVZ geflossen war, hatten Lust auf Weihnachtsmöhren. Und weil die Menschen bei dieser Feier so viel Spaß hatten, darf Drehorgel-Armin im nächsten Jahr wiederkommen.

Macht er auch. Versprochen.
Dominic Welters

Retter in der Not

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