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Freitag,
7. Dezember 2018

Wir pflegen wertschätzend

Freitag, 7. Dezember 2018
Nachfolgend ein Zeitungsartikel aus dem "Stadtspiegel Iserlohn" vom 05. Dezember 2018 für Sie zum Nachlesen

"Wir pflegen wertschätzend"


Das Haus St. Martin in Hennen kämpft gegen den negativen Ruf vieler Einrichtungen in Deutschland an

HENNEN Anneliese Preuß hat knapp 30 Jahre in Ergste gewohnt, eher eines Tages bei ihr Multiple Sklerose festgestellt wurde. „Es war klar, dass ich mit der Krankheit nicht nach Hause zurück konnte. Ich hatte zwei Bekannte, die nur Gutes über das Haus hier berichten konnten, aber zu der Zeit war kein Platz mehr frei.“ Deshalb musste die 69-Jährige zunächst in die Kurzzeitpflege in zwei anderen Altenheimen, in denen sie keine guten Erfahrungen gemacht hat. „In der ersten Einrichtung hat man mich zehn Wochen lang im Bett liegen lassen. Das war eine Katastrophe. Bei der zweiten hat man ewig lange auf Hilfe warten müssen und es gab zu wenige Geräte, damit ich mich bewegen konnte. Außerdem wurde man von dem Pflegepersonal einfach geduzt, was nicht nur ich als äußerst unangenehm empfand. Außerdem war das Essen in beiden Heimen alles andere als lecker.“


Einrichtungsleiterin Anje Gimmini-Schlenz freut sich mit Anneliese Preuß (li.), Inge Himmer (2.v.l.) und Norbert Bettinger über die Zufriedenheit der Bewohner.

Umso mehr war sie froh, als Anfang des Jahres die Nachricht aus Hennen kam, dass für sie ein Platz frei geworden wäre. „Hier ist das alles traumhaft. Beim Essen kann man sogar Sonderwünsche (vegetarisch, etc.) angeben und jeden Morgen gibt es ein umfangreiches Buffet. Außerdem wird darauf geachtet, dass jeder, der es halbwegs schafft, in den Speisesaal gebracht wird, damit man nicht alleine auf dem Zimmer essen muss.“

Inge Himmer ist schon seit viereinhalb Jahren im Haus St. Martin. Nach ihrer Reha im Schwerter Krankenhaus kam sie nach Hennen und fühlt sich seitdem pudelwohl. „Mein Mann holt mich zwei Tage in der Woche nach Hause und ansonsten habe ich auch hier sehr viel Spaß. Uns wird einiges geboten, von Gedächtnistraining über Sitztanz, Basteln, Heimwerken, Musik, Spiele, etc.. Ich schreibe besonders gerne Gedichte, die ich dann zu Weihnachten oder zum 10-jährigen Jubiläum vorgetragen habe“, freut sich die 75-Jährige bereits auf das bevorstehende Fest, für das sie schon wieder etwas verfasst hat.

Wohl fühlen sich aber nicht nur die Damen, sondern auch die Herren im Haus. Norbert Bettinger kam vor zwei Jahren aus einer Hagener Klinik nach Hennen. Da auch die Tochter vor Ort wohnt, stellte sie den Kontakt zur Einrichtung her. „Am liebsten schäle ich Kartoffeln und kümmere mich im Garten um die Kaninchen. Ich habe selbst früher Kaninchen gezüchtet, deshalb habe ich besonders Spaß daran“, freut sich der 77-Jährige über die Freizeitbeschäftigung.

80 Einzelzimmer mit Balkon oder Terrasse sowie einem Badezimmer mit Tageslicht und einem Fenster bietet die 2007 erbaute Einrichtung, die unter dem Dach des Internationalen Bildungs- und Sozialwerk e.V. (int-bsw) steht. Das Motto hier lautet: "Wir pflegen wertschätzend!"
Wir, das sind die rund 80 Mitarbeiter, die dafür sorgen, dass die Bewohner sich rundum versorgt fühlen. „Mir ist es wichtig, dass die Mitarbeiter sich im Haus wohl fühlen. Dann übernehmen sie auch Eigenverantwortung und freuen sich, ein Teil des Teams zu sein“, stellt Einrichtungsleiterin Anje Gimmini-Schlenz den feinen Unterschied zum einen oder anderen Haus heraus.


Zum umfangreichen Angebot gehören auch gemeinsame Musikkurse, in denen gesungen wird und zum Teil selbst kreierte Instrumente gespielt werden.

Wer nun einen Platz im Haus St. Martin in Hennen möchte, der braucht allerdings ein wenig Geduld. Momentan sind die Kapazitäten komplett ausgelastet. „Wir haben im Schnitt drei Nachfragen pro Tag und eine lange Warteliste. Man benötigt also auch etwas Glück, um bei uns ein Zimmer zu bekommen“, meint Anje Gimmini-Schlenz, "das ist nun einmal der Preis dafür, wenn man Qualität und Leidenschaft vereint und sich im Vergleich zu anderen Einrichtungen in vielen Bereichen deutlich abhebt." Den Bewohnern gefällt’s jedenfalls.

Text und Fotos: André Günther
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